Automobilly - Carparazzi

20 Dezember, 2008

Der Toyota Hacker - Green Tuning ist angsagt

Toyota Prius Hacking by www.automobilly.com

Jetzt sag nochmal, auf Rastplätzen der Autobahn lernst Du keine interessanten Typen kennen. Tatort: Weiskirchen Nähe Frankfurt/Main. Der Bürschi neben mir sieht aus wie ein typischer Student (sorry an diese Minderheit) und wie sich später herausstellt hört er auf den Namen Alex. Seine Karre: Toyota Prius. Mein erster Gedanke: sehr unspektakulär, gäähn. Da bei mir auf beiden Türen ja das nette "automobilly.com" prangt, quatscht er mich an, ob ich was mit der Plattform zu tun habe. Hmm, seltsame Frage. Zum Spaß mache ich mir die Aufkleber sicher nicht aufs Auto.

Noch bevor ich überhaupt nicken kann, fragt er weiter: "da habt ihr doch sicher Interesse an meinem Wägelchen, der ist gehackt". Zwei Sekunden Denkpause, dann ich: "aha, gehackt. Nicht geschüttelt? nicht gerührt? gehackt?". Meine Verwunderung ist groß, aber die Neugierde ist noch größer. Und gegen eine kleine Plauderei im Burger King (zum Glück auf dem Rasthof integriert) ist ja auch nichts einzuwenden. Nur leider mal wieder keine Kamera und ausnahmsweise auch ohne iPhone (zuhause auf der Dockingstation) unterwegs, deshalb oben nur ein Symbolfoto.

Alex erzählt mir, in den USA (genauer gesagt Palo Alto) würde es Gruppierungen geben, die die Software ihrer Hybrid-Prius hacken, was er auch getan hat. Getreu dem Motto aus der Akustik-Koppler/Cracker/Hacker-Zeit "Wenn Du es nicht auseinander nehmen kannst, dann ist es nicht wirklich Deins." Eine kleine aber feine Gemeinschaft von Freaks möchte nicht länger von der Autoindustrie hingehalten werden, bis ein reines Elektroauto auf den Markt kommt. Alex fand wohl durch Tüftlereien heraus, das man recht einfach die Reichweite des Elektromotors verlängern kann. Einfach mehr Akkus in den Prius gestopft, diese mit dem vorhandenen gekoppelt und die Software modifiziert. Mit dieser geschickten Modifikation gaukelt die Software nun dem Prius vor, sein Akku wäre zu voll, was dazu führt das er ihn entladen will. Und greift auf die Reserven der Zusatz-Akkus. Mit diesem Trick schafft der Prius nach Alex Angaben nun mühelos 40 Kilometer, bevor der Benzinmotor anspringt.

Der große Pluspunkt der Bastlerei: bei "sanfter" vorausschauender Fahrweise kann man einen Benzinverbrauch von 1,5 bis 2 Liter erreichen. Der große Nachteil: die Zusatz-Akkus und benötigten Bauteile sind (noch) recht teuer und schlagen mit gut und gerne 10.000 Euro zu Buche.

Nimmt man aber den Spritpreis (der zweifelsfrei bald wieder steigen wird), kann es die Umrüstung schnell rechnen. Sollte man aber nur mit einem gebrauchten Prius veranstalten, denn ich bin recht sicher, das man durch die Modifikation die Werksgarantie verliert.

2 Kommentare:

  1. ein Auto hacken, wie geil ist denn das!!! Das erinnert mich in meine Jugendzeit mit dem C64, wo man als Modem noch das Haustelefon der Eltern missbrauchte um sich die neuesten gecrackten Games aus den USA zu besorgen. Junge Junge war das ne wilde Zeit, kann man sich heutzutage mit Handy und DSL gar nicht mehr vorstellen. Ich fand meine Jugendzeit gerade deshalb spitze und ich bereue nichts ;-)

    AntwortenLöschen
  2. @showcarbubble
    Du hast mit dem C64 + Modem Software bezogen?? Streber - ich hab meine Software immer aus dem Anzeigenbereich der Tageszeitung gehabt.
    Gelesen, hingefahren und mit einem großen Packen Disketten wieder nach Hause gefahren :-)

    Aber "Auto-Hacken" klingt wirklich schräg...
    Und wieder ein neues Wort im Duden **lol**

    AntwortenLöschen